Abseits von globalem Lärm, Krieg und digitaler Reizüberflutung sucht diese Arbeit die radikale Reduktion. In den doppeldeutigen ZEBRASTREIFEN offenbart sich eine analytische Struktur und die Ästhetik der Sachlichkeit. Als visuelle Übersetzung von funktionaler Klarheit bricht das Werk mit der bloß gefälligen Abstraktion der Moderne; es verankert eine übersehbare Ordnung im Raum, bringt den aufgepeitschten Blick zur Ruhe und löst das denkende Ich schlussendlich in Schattierungen und Schwarz-Weiß-Mustern auf. Ein Akt, der die Wahrnehmung radikal schärft. Ein visuelles Nullfeld, das bereit macht für die finale Konfrontation mit dem eigenen Sein.

SACKGASSE

Du wurdest geboren,
warst aufs Leben gespannt,
doch am Ende der Straße stand eine Wand.
Liefst durch dein Leben und sahst,
doch hast nicht erkannt,
am Ende der Straße stand eine Wand.
Hast gewählt und gedacht, du liebtest dein Land,
doch am Ende der Straße stand eine Wand.
Hattest das Glück gefunden in der Nacht,
das am Morgen danach wieder verschwand,
ja, am Ende der Straße stand eine Wand.
Hast gehofft, geglaubt und versprochen,
gabst dein Wort, deine Hand,
doch am Ende der Straße stand eine Wand.
Hast alles gegeben, bist innerlich verbrannt,
doch am Ende der Straße stand eine Wand.
Kurz vor deinem Tode, als der Nebel verschwand,
ja, am Ende der Straße, da stand diese Wand.
Im Himmelreich angekommen,
begreifst du, was war,
ist es allen bekannt,
du selbst warst die Straße
und auch die Wand.

Werkdokumentation zu ZEBRASTREIFEN (2012)

Ausstellungs-, Publikations-, Abbildungs-, audiovisuelle und digitale Nachweise

1. Werkdaten, technische Spezifikationen und Editionshistorie 

Künstler
AL, DENKSTAHL

Werk
ZEBRASTREIFEN

Entstehungsjahr
2012

Medium
Symbiose aus digitaler Präzision und traditionellem Siebdruck-Handwerk

Ausführung
Einfarbiger Siebdruck auf 240 g/qm Flora, meliert, naturweiß

Maße
72 × 52 cm

Edition
100 streng limitierte und vom Künstler nummerierte, gestempelte und signierte Exemplare

MasterPeace Collection
Das Werk ist Teil der 7-teiligen Exklusiv-Edition – streng limitiert auf 30 zertifizierte Exemplare weltweit

Werkgruppe
ZEBRASTREIFEN  2012
WOHLSTANDSGESELLSCHAFT  2013
DEM HERZEN WOHL ZU DIENEN  2013
REMAINS OF PEACE  2016

ADDICTED TO APPLE  2015
ALLE VÖGEL SIND SCHON DA  2016
OPFERTANZ  2013

Dokumentationszeitraum
2017–2026

Editionshistorie
Hauptauflage 100 (arabisch nummeriert 1/100–100/100).

Status
Druckform zerstört. Keine weiteren Abzüge nach 2016.

Referenz
Abgebildet u.a. im Werkkatalog MasterPeace Collection“.

Stand der Dokumentation
18. Juni 2026

2. Kuratorische Vorbemerkung und kunsthistorische Werkanalyse

Die vorliegende Werkdokumentation erfasst die Genese und Rezeption des chronologisch frühesten Werkes innerhalb der MasterPeace Collection. Mit diesem Initialwerk aus dem Jahr 2012 legte AL, DENKSTAHL das formal wie konzeptionelle Fundament für sein serielles, signalhaftes Schaffen.

ZEBRASTREIFEN entzieht sich der plakativen Lautstärke anderer Motive der Serie und brilliert stattdessen durch eine tiefgründige, wahrnehmungspsychologische Abstraktion. Das Werk nutzt das klassische Zebra-Motiv, um das berühmte Figur-Grund-Verhältnis visuell zu dekonstruieren: Hat das Zebra schwarze Streifen auf weißem Grund oder weiße Streifen auf schwarzem Grund? Die Genialität dieser Serigraphie offenbart sich in den oberen und unteren Begrenzungslinien der ungedruckten Streifen. Sie werden vom Betrachter gesehen, obgleich sie materiell gar nicht vorhanden sind – sie existieren als „unsichtbar vorhanden“. Wie der Gestaltpsychologe Prof. Dr. mult. Kurt Guss in seinem Kommentar darlegt, neigt unsere Wahrnehmung nicht zum Stückwerk; unsere Wahrnehmung liebt Ganzheiten und Gestalten. DENKSTAHL macht sich diesen kognitiven Automatismus zunutze, um die inhärente, fast schon zwanghafte Sehnsucht des Menschen nach Ordnung, Mustern und geschlossenen Systemen offenzulegen.

Diese musterhafte Funktionsweise unseres Geistes wird bei DENKSTAHL zu einer hochgradig politischen Parabel: Der psychologische Drang, Fragmente zu einer vermeintlich lückenlosen Wahrheit zu vervollständigen, begünstigt im sozialen Raum jenes dogmatische Schwarz-Weiß-Denken unserer Gegenwart, das im gesellschaftlichen Diskurs kaum noch differenzierende Graustufen zulässt. Die Zebra-Metaphorik mutiert so von einem reinen Phänomen der Wahrnehmung zur scharfen Gesellschaftskritik. Die technische Umsetzung als monochromer, kontraststarker Siebdruck reflektiert die unerbittliche Dualität dieses Ansatzes. Die geometrische Strenge der konstruierten Linien korrespondiert mit der Unnachgiebigkeit der asphaltierten Straße. Das Ich wird eins mit der Struktur, gefangen im System der Zeichen – eine visuelle Entsprechung zu der literarischen Spur des Künstlers in seinem Gedicht SACKGASSE, in dem das Subjekt am Ende schmerzhaft erkennen muss: „Du selbst warst die Straße und auch die Wand.“

Die kunsthistorische Verankerung des Werkes spiegelt eine signifikante Institutionalisierung wider. Die permanente Platzierung im zentralen Konferenzbereich einer renommierten Wiesbadener Kanzlei demonstriert exemplarisch, wie ZEBRASTREIFEN als stilles, intellektuelles Statement in Räumen der gesellschaftlichen Ordnung und Rechtsprechung fungiert. Gerade dort, wo menschliches Verhalten normiert, kategorisiert und in juristische Raster gepresst wird, zwingt das Werk zur kontemplativen Befragung der eigenen Positionierung.

Denn in letzter, radikaler Konsequenz führt uns das Werk durch diese gestaltpsychologische Brille zurück auf den nackten Boden der Realität: In Wahrheit sehen wir auf dem weißen Blatt einfach nur ein paar wenige schwarze und graue „Flecken“. Es ist ein minimalistisches Paradoxon, das uns schmerzhaft vor Augen führt, dass die vermeintlich unerschütterlichen Ordnungen, Gesetze und Raster unserer Welt – genau wie die imaginierten Begrenzungslinien des Zebrastreifens – letztlich nur fluide Konstruktionen und Projektionen unseres eigenen Geistes sind.

3. Chronologie der Ausstellungsnachweise und Interventionen

Drei Jahrzehnte Präsenz: Von Frankfurt über Zürich bis Los Angeles – Eine dokumentierte Erfolgsgeschichte

  • 2018: Street-Art am Fuße der EZB, Oosten, Frankfurt am Main.
  • 2018–2022: Urban Art Edition, Urbanshit Gallery, Rudolf Klöckner, Hamburg.
  • 2019/2020: Denkstahl, Arteg Kunstgalerie, Michael Boehnke, Tegernsee.
  • 2021/2022: Daisyworld, Wilhelmsburger Geschirrmuseum, Künstlergruppe stachel©, Wilhelmsburg/Österreich.
  • 2023: Dystopoly, Künstlergruppe stachel©, Gerhard Malecik, Wilhelmsburg/Österreich.
  • 2025/2026: KUNST ist DADA, PopUp KunstFreiRaum, Erich Heyduck, Gerhard Malecik und Künstlergruppe stachel© Neulengbach/Österreich.

4. Bibliografie

4.1 Publikations- und Abbildungsnachweise

  • Özen, Ilknur: „Ist das Zebra ein schwarzes Tier mit weißen Streifen oder ein weißes Tier mit schwarzen Streifen? ‘“, Kunstblog Galerie Vollherzig, 24.08.2019.
    vollherzig.de
    Anmerkung: Die kontextuale Einbettung der Zebra-Serie von DENKSTAHL in Betrachtungen rund ums Schwarzweiß-Denken.
    Mit Abbildungen: ZEBRASTREIFEN I/II/III/IV/ XVII, ZEBRASTREIFEN ON ABBEY ROAD, ZEBRAPUNKTE.

     

4.2 Publikationsnachweise

  • Hauschild, Nora: „Denkstahl Ausstellung @ ARTEG Kunstgalerie in Tegernsee“, Redaktion Galerie Vollherzig, 01.11.2019.
    vollherzig.de
    Anmerkung: Erwähnung des Werks.

    4.3 Abbildungsnachweise

    • DENKSTAHL. Digit-AL Streetart. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2017, S. 95.
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • DENKSTAHL. Digit-AL Streetart. English Edition. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2017, S. 95.
      With illustration: ZEBRA CROSS WALK.
    • Hauschild, Nora: „Pressemitteilung: Street-Art am Fuße der EZB“, Redaktion Galerie Vollherzig, 15.02.2018.
      vollherzig.de
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • Özen, Ilknur: „Denkstahl @ Frankfurter Buchmesse 2018“, Redaktion Galerie Vollherzig, 15.10.2018.
      vollherzig.de
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • DENKSTAHL. DIGIT-AL. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2019, S. 50.
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 2. Aufl. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2019, S. 113.
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 2nd ed. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2019, S. 113.
      With illustration: ZEBRA CROSS WALK.
    • Hauschild, Nora: „Denkstahl Ausstellung @ ARTEG Kunstgalerie ist verlängert“, Redaktion Galerie Vollherzig, 10.12.2019.
      vollherzig.de
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • Özen, Ilknur: „Denkstahl @ Black & White Art Night“, Redaktion Galerie Vollherzig, 09.10.2021.
      vollherzig.de
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • Özen, Ilknur: „Manch kritisches #DENKSTAHL Bild ist …“, LinkedIn Post, 02.11.2021.
      linkedin.com
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN I/II.
    • DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 3. Aufl. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2022, S. 98.
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN.
    • DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 3rd ed. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2022, S. 98.
      With illustration: ZEBRA CROSS WALK.
    • Özen, Ilknur: „Glückliche Kunden sind einfach das Beste“, LinkedIn Post, 29.03.2023.
      linkedin.com
      Mit Abbildung: ZEBRASTREIFEN (als Grafikelement zum Testimonialzitat von R.K.).

    5. Audiovisuelle Dokumentation und Medienregister

    • Denkstahl, AL: „Schwarzweiss“, YouTube @denkstahl, 11.10.2021.
      youtube.com
      Mit Abbildungen der Werke: ZEBRASTREIFEN I-V.

    6. Permanente In-Situ-Installationen und Raumkontexte 

    • GOROLL. TEUSCH. JANSEN Rechtsanwälte & Notare, Wiesbaden
      Exponat: ZEBRASTREIFEN (Ergänzt durch das Schwesterwerk REMAINS OF PEACE / MasterPeace Collection im separaten Partner-Office).
      Kontext: Permanente Installation im zentralen Besprechungsraum. Die Verortung der Arbeit im Fokus von strategischer Konsultation und Mandantenkommunikation bricht die traditionelle Nüchternheit juristischer Arbeitsräume auf. Das Exponat setzt einen bewussten, wertebasierten Akzent, der Objektivität und reflektierte Sachlichkeit im Raum visuell verankert.
      Provenienz: Kanzleibestand, initiiert durch Partner Christian Teusch, seit 2020.

    7. Mediale Online-Präsentationen und digitale Präsenz

    • Urbanshit Gallery, Produktseite zu ZEBRASTREIFEN, online abrufbar unter:
      urbanshit-gallery.com
    • Galartery – Fine Art Onlinestore, Produktseite zu ZEBRASTREIFEN, online abrufbar unter:
      galartery.com
    • Galerie Vollherzig, Produktseite zu ZEBRASTREIFEN, online abrufbar unter:
      vollherzig.de

    8. Anhang

    8.1 Visueller Index: Installations- und Kontextansichten 

    8.2 Digitale Revisionskontrolle und dynamisches Online-Archiv

    Permanenter Identifikator (URI) und Aktualisierungsnachweis

    Der nachfolgende QR-Code fungiert als permanenter, dynamischer Verweis (Permanent Link) zur primären digitalen Dokumentationsinstanz des Werkes ZEBRASTREIFEN. Zur Wahrung der Langzeitverfügbarkeit und Validität der Daten sind über diese Schnittstelle folgende Systemkomponenten abrufbar:

    • Revisionsstand: Kontinuierlicher Abruf der jeweils aktuellen, erweiterten Fassung dieser Werkdokumentation zur Verifizierung von Identität, Provenienzketten, Rezeptionshistorie und aktuellem Editionsstand.
    • Mediendokumentation: Abruf einer fortlaufenden, audiovisuellen Bildsequenz (systematische Slideshow), welche das erfasste Quellen-, Video- und Kontextmaterial sowie die dokumentierten In-Situ-Rauminstallationen digital zusammenführt.

    Systematische Werkdokumentation /
    Catalogue Raisonné-Auszug
    ZEBRASTREIFEN

    Konzept, Redaktion, kuratorische Abteilung und wissenschaftliche Dokumentation:
    © GALERIE VOLLHERZIG, Ilknur Özen

    In Kooperation mit dem Archiv AL, DENKSTAHL. Sämtliche Urheberrechte an den abgebildeten Kunstwerken, Texten und Grafiken liegen, sofern nicht anders ausgewiesen, beim Künstler:
    © AL, DENKSTAHL (2016–2026)

     

     

    Zebrastreifen

    Serigrafie. 72×52 cm.
    Limited Edition (100).
    Einfarbiger Siebdruck
    auf 240 g/qm Flora, meliert, naturweiß.

    Von AL, DENKSTAHL nummeriert und signiert.

    Galeriewert (Einzelblatt)
    500 €

    Hinweis zum Erwerb
    Dieses Werk ist online ausschließlich im Rahmen der 7-teiligen MasterPeace Collection (3.333 €) erhältlich.

    Für Sammler und Wegbegleiter halten wir aus den letzten Galerie-Beständen noch wenige Einzelexemplare (500 €) bereit. Bei Interesse freuen wir uns über Deine direkte Kontaktaufnahme.

     

    [ Zur MasterPeace Collection ]

    »In wahrnehmungspsychologischen Arbeiten finden wir oft das Zebra-Motiv, an dem sich das berühmte Figur-Grund-Verhältnis demonstrieren lässt: Hat das Zebra schwarze Streifen auf weißem Grund oder hat es weiße Streifen auf schwarzem Grund? Das Besondere und das besonders Schöne dieser Serigraphie liegt in den oberen und unteren Begrenzungslinien der ungedruckten Streifen. Sie werden gesehen, obgleich sie nicht vorhanden sind; sie sind ‚unsichtbar vorhanden‘. Unsere Wahrnehmung neigt nämlich nicht zum Stückwerk, unsere Wahrnehmung liebt Ganzheiten und Gestalten.«

    Prof. Dr. mult. Kurt Guss, Gestaltpsychologe

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