Eine mechanische, rituelle Ekstase, der man sich kaum noch entziehen kann: Der OPFERTANZ bildet die gesellschaftlichen Rituale und die Dekonstruktion des systemischen Zwangs ab. Die Komposition vibriert von einer unruhigen, fast hypnotischen Energie, die direkt unter die Haut geht. Das Werk hält uns den Spiegel einer Gesellschaft vor, die das Individuum viel zu oft im Hamsterrad aus Konformismus, blindem Konsum und systemischen Zwängen zerreibt. Es ist ein aufrüttelnder, zutiefst emotionaler Schrei nach Freiheit – ein bildgewaltiges Plädoyer, das den lähmenden Kreislauf der Anpassung durchbricht und uns auffordert, endlich aus dem Takt der Verführung auszubrechen.
Werkdokumentation zu OPFERTANZ (2013)
Ausstellungs-, Publikations-, Abbildungs-, audiovisuelle und digitale Nachweise
1. Werkdaten, technische Spezifikationen und Editionshistorie
Künstler
AL, DENKSTAHL
Werk
OPFERTANZ
Entstehungsjahr
2013
Medium
Symbiose aus digitaler Präzision und traditionellem Siebdruck-Handwerk
Ausführung
4-farbiger Siebdruck auf 240 g/qm Flora, meliert, naturweiß
Maße
59 ×42 cm
Edition
100 streng limitierte und vom Künstler nummerierte, gestempelte und signierte Exemplare
MasterPeace Collection
Das Werk ist Teil der 7-teiligen Exklusiv-Edition – streng limitiert auf 30 zertifizierte Exemplare weltweit
Werkgruppe
OPFERTANZ 2013
ZEBRASTREIFEN 2012
WOHLSTANDSGESELLSCHAFT 2013
ALLE VÖGEL SIND SCHON DA 2016
DEM HERZEN WOHL ZU DIENEN 2013
REMAINS OF PEACE 2016
ADDICTED TO APPLE 2015
Dokumentationszeitraum
2017–2026
Editionshistorie
Hauptauflage 100 (arabisch nummeriert 1/100–100/100).
Status
Druckform zerstört. Keine weiteren Abzüge nach 2016.
Referenz
Abgebildet u.a. im Werkkatalog „MasterPeace Collection“.
Stand der Dokumentation
18. Juni 2026
2. Kuratorische Vorbemerkung und kunsthistorische Werkanalyse
Die vorliegende Werkdokumentation rekonstruiert die provokante und postkoloniale Rezeptionsgeschichte des Werkes OPFERTANZ im Zeitraum 2017–2026. Das Werk stellt eine der radikalsten visuellen Diagnosen des globalisierten Konsumismus dar und verhandelt die Mechanismen des modernen Kulturimperialismus.
Das bildnerische Narrativ zeigt die Silhouetten von Eingeborenen, die in einem rituellen, ekstatischen Tanz um eine überdimensionierte, ikonisierte Coca-Cola-Flasche gruppiert sind. Diese bewusste und schmerzhafte Amalgamierung von sakralem, indigenem Ritual und dem profansten Symbol des westlichen Kapitalismus entfaltet eine ungeheure visuelle Sprengkraft. Das globale Werbelogo ersetzt das heilige Totem; der Konsumrausch wird zur neuen, okkulten Weltreligion erhoben. DENKSTAHL demaskiert den westlichen Lifestyle-Export als eine Form des modernen Kolonialismus, der nicht mehr mit Waffen, sondern mit Marken und zuckerhaltigen Versprechungen die kulturelle Identität ganzer Völker auslöscht und opfert.
Der 4-farbige Siebdruck auf meliertem Flora-Karton nutzt die plakative Klarheit der Pop Art, verweigert sich jedoch jeglichem spielerischen Humor. Dabei spiegelt die materielle Beschaffenheit des Werkes den inhärenten Konflikt meisterhaft wider: Die unberührte, organische Textur des naturnahen Kartons kollidiert direkt mit der künstlichen, industriellen Glätte der Siebdruckfarbe – ein stofflicher Mikrokosmos dieses globalen Clashs. Die Figuren tanzen nicht aus Lebensfreude, sondern vollziehen den rituellen Selbstmord ihrer eigenen Autonomie auf dem Altar des globalen Marktes. Der Titel OPFERTANZ entlarvt die Feiernden als Geopferte eines unsichtbaren, ökonomischen Systems.
Die Rezeptionshistorie dokumentiert eine weitreichende Resonanz im In- und Ausland. Von der vielbeachteten Ausstellung Der zufriedene Sklave im Wiener Lichtraum eins (2018) über Präsentationen auf der Frankfurter Buchmesse bis hin zu Einsätzen im Rahmen von Corporate-Responsibility-Diskursen hat OPFERTANZ bezeugt, dass es als hochaktuelles visuelles Manifest fungiert. Es konfrontiert uns unbarmherzig mit der Frage: Welche Opfer bringen wir täglich dar, um Teil der Verführung zu sein, von der wir wissen, dass sie ausschließlich Schaden anrichtet?
3. Chronologie der Ausstellungsnachweise und Interventionen
Drei Jahrzehnte Präsenz: Von Frankfurt über Zürich bis Los Angeles – Eine dokumentierte Erfolgsgeschichte
- 2018: Street-Art am Fuße der EZB, Oosten, Frankfurt am Main.
- 2018: Der zufriedene Sklave, Lichtraum eins, Erik Anders, Wien/Österreich.
- 2018–2022: Urban Art Edition, Urbanshit Gallery, Rudolf Klöckner, Hamburg.
- 2019/2020: Denkstahl, Arteg Kunstgalerie, Michael Boehnke, Tegernsee.
4. Bibliografie
4.1 Publikations- und Abbildungsnachweise
- Hauschild, Nora: „Pressemitteilung: Street-Art am Fuße der EZB“, Redaktion Galerie Vollherzig, 15.02.2018.
vollherzig.de
Anmerkung: Erwähnung des Motivs von Afrikanern beim Opfertanz um eine CocaCola-Flasche.
Mit Abbildung: OPFERTANZ.
4.2 Publikationsnachweise
- Hauschild, Nora: „Denkstahl Ausstellung @ ARTEG Kunstgalerie in Tegernsee“, Redaktion Galerie Vollherzig, 01.11.2019.
vollherzig.de
Anmerkung: Erwähnung des Werks.
4.3 Abbildungsnachweise
- DENKSTAHL. Digit-AL Streetart. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2017, S. 57.
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - DENKSTAHL. Digit-AL Streetart. English Edition. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2017, S. 57.
With illustration: SACRIFICIAL DANCE. - Hauschild, Nora: „Pressemitteilung: Street-Art am Fuße der EZB“, Redaktion Galerie Vollherzig, 15.02.2018.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - Hauschild, Nora: „Denkstahl @ Der zufriedene Sklave“, Redaktion Galerie Vollherzig, 23.09.2018.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - Özen, Ilknur: „Zum Thema und zur Ausstellung ‚Der zufriedene Sklave‘“, Kunstblog Galerie Vollherzig, 27.09.2018.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - Özen, Ilknur: „Denkstahl @ Frankfurter Buchmesse 2018“, Redaktion Galerie Vollherzig, 15.10.2018.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - Hauschild, Nora: „Denkstahl @ Discovery Art Fair Frankfurt 2018“, Redaktion Galerie Vollherzig, 30.10.2018.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 2. Aufl. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2019, S. 63.
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 2nd ed. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2019, S. 63.
With illustration: SACRIFICIAL DANCE. - Hauschild, Nora: „Denkstahl Ausstellung @ ARTEG Kunstgalerie ist verlängert“, Redaktion Galerie Vollherzig, 10.12.2019.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 3. Aufl. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2022, S. 67.
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - DENKSTAHL. art of a rebellious mind. 3rd ed. Hrsg. von Ilknur Özen und Nora Hauschild. Mainz: Verlag Vollherzig, 2022, S. 67.
With illustration: SACRIFICIAL DANCE. - Hauschild, Nora: „Denkstahl @ Charity mit Unternehmer Stefan Weiß – Eschborn 2022“, Redaktion Galerie Vollherzig, 14.5.2022.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ. - Özen, Ilknur: „Von der Kunst, die Symbolsprache zu verstehen‘“, Kunstblog Galerie Vollherzig, 12.06.2023.
vollherzig.de
Mit Abbildung: OPFERTANZ.
5. Mediale Online-Präsentationen und digitale Präsenz
- Urbanshit Gallery, Produktseite zu OPFERTANZ, online abrufbar unter:
urbanshit-gallery.com - Galartery – Fine Art Onlinestore, Produktseite zu OPFERTANZ, online abrufbar unter:
galartery.com - Galerie Vollherzig, Produktseite zu OPFERTANZ, online abrufbar unter:
vollherzig.de
6. Anhang
6.1 Visueller Index: Installations- und Kontextansichten
6.2 Digitale Revisionskontrolle und dynamisches Online-Archiv
Permanenter Identifikator (URI) und Aktualisierungsnachweis
Der nachfolgende QR-Code fungiert als permanenter, dynamischer Verweis (Permanent Link) zur primären digitalen Dokumentationsinstanz des Werkes OPFERTANZ. Zur Wahrung der Langzeitverfügbarkeit und Validität der Daten sind über diese Schnittstelle folgende Systemkomponenten abrufbar:
- Revisionsstand: Kontinuierlicher Abruf der jeweils aktuellen, erweiterten Fassung dieser Werkdokumentation zur Verifizierung von Identität, Provenienzketten, Rezeptionshistorie und aktuellem Editionsstand.
- Mediendokumentation: Abruf einer fortlaufenden, audiovisuellen Bildsequenz (systematische Slideshow), welche das erfasste Quellen-, Video- und Kontextmaterial sowie die dokumentierten In-Situ-Rauminstallationen digital zusammenführt.
Systematische Werkdokumentation /
Catalogue Raisonné-Auszug
OPFERTANZ
Konzept, Redaktion, kuratorische Abteilung und wissenschaftliche Dokumentation:
© GALERIE VOLLHERZIG, Ilknur Özen
In Kooperation mit dem Archiv AL, DENKSTAHL. Sämtliche Urheberrechte an den abgebildeten Kunstwerken, Texten und Grafiken liegen, sofern nicht anders ausgewiesen, beim Künstler:
© AL, DENKSTAHL (2016–2026)
Opfertanz
500,00 €
Serigrafie
59×42 cm
Limited Edition (100)
4-farbiger Siebdruck
auf 240 g/qm Flora, meliert, naturweiß.
Ohne Rahmen.
Vom Künstler nummeriert und signiert.
Lieferzeit: 3 bis 7 Tage
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten
GLAUBE
Ich weiß der Seelen Leere, ich weiß des Lebens Schwere,
ich kenn der Menschheit Lug, es ist der Selbstbetrug,
das ist der Erde Untergang, der Hass, der Neid und all der Zwang,
es stirbt der Traum vom Paradies, es ist der Glaube, der uns verließ.
DENKSTAHL

