Es gibt Orte, an denen Kunst nicht nur betrachtet, sondern in Bewegung gesetzt wird. Das MECHANICUM in Rüdesheim am Rhein – beheimatet in den historischen Räumen der alten Asbach Uralt Brennerei – ist genau so ein Ort der bewegenden und beweglichen Kunst. Als weltweit einzigartiges, interaktives Museum für kinetische Kunst beherbergt es über 100 beeindruckende, liebevoll kuratierte Objekte aus mehreren Jahrhunderten. Von nostalgischen Hebelsystemen bis zu bizarren, humorvollen Figuren werden die Stücke erst durch die Interaktion der Besucher – per Fußpedal, Schalter oder Sensor – lebendig.

Hier begegnen sich ironische Objekte wie das schurrenhafte »Besenwesen«, augenzwinkernde Inszenierungen weltumwobener Legenden – etwa der fiktive Liebesbrief von J. F. Kennedy an Marilyn Monroe – oder auch faszinierende Murmelbahnen. Doch inmitten dieser spielerischen, kinetischen Poesie verbirgt sich ein Herzstück von gefühlt zeitloser Aktualität: die zeit- und kunstgeschichtlich außergewöhnliche sowie hochbrisante Spezialsammlung »Automatas gegen den Krieg«.

Make Love Not War – Zur Symbolik der Liebe und des Herzens

Der Appell MAKE LOVE NOT WAR ist aktueller denn je. 1967 nutzten ihn die Hippies als Slogan, als sie gegen den Vietnamkrieg und den Kalten Krieg protestierten. Bekannt wurde der Slogan durch die Bed-In Performances, die der Beatles-Musiker John Lennon und die...

Der Stacheldraht – Zur Symbolik stählerner Grenzziehung

Dieser Artikel ist inspiriert von einem Film, den ich kürzlich auf Empfehlung bei arte.tv gesehen habe. Begleitet wird er von den Bildern des DENKSTAHL Künstlers, der sich wiederholt dem Symbol des Stacheldrahtes bedient, um vehement das Thema der Freiheit ins...

Wortmord

Wenn wir einem Menschen all seine angeblichen Besitztümer nehmen, wenn wir ihn sozusagen nackt dastehen lassen – wenn er in seiner Nacktheit dasteht neben all den anderen Nackten, was ist dann das Letzte, das diesem Menschen geblieben ist, das er zu geben hat? Am Ende...

Im Krieg gibt es nur Verlierer

Krieg in aller Munde ... Zunächst einmal sei gesagt, dass ich persönlich als liebendes und friedfertiges Wesen Krieg in jeglicher Form als Lösung eines Konfliktes ablehne, da er mit Waffen und Gewalt darauf abzielt, die körperliche Versehrtheit bis hin zum Tod des...

Don’t worry, be happy! – Eine Geschichte des Smileys

Don’t worry, be happy! »Blake hat das wahre Gesicht der Gesellschaft erkannt und beschlossen, ihre Parodie zu werden, ein Witz.« Mit diesen Worten wird der Antiheld Edward Blake in der fiktiven, gesellschaftskritischen Comic-Verfilmung »Watchmen« beschrieben. Er trägt...

Nomophobie – No Mobile Phone Available

Nicht nur Kindern und Jugendlichen fehlt der bewusste und kritisch-reflektierte Umgang mit den Medien. Die übermäßige Nutzung von Medien durch die unterschiedlichen Gerätetypen – Fernseher, Computer, Spielekonsolen, Handy – ist schädlich. Wir konsumieren technisierte...

Gewidmet den Kindern der Zukunft

Bilder und Texte, die ich den Kindern dieser Welt gewidmet habe. Für die Liebe, die Wahrheit, die Freiheit und das Leben ...Schöne Tage Dort, wo sich Schwarz und Weiß zu fadem Grau vermischt, dort, wo die Sonne in einem Tränenmeer erlischt, ganz weit oben im...

Über die universelle Anziehungskraft und Bedeutung der Zahl 100

In freudiger und feierlicher Stimmung stelle ich fest, dass wir in den vergangenen Jahren schon 99 Blogposts geschrieben und auf unserer Website veröffentlicht haben. Und ich bekomme Lust, unbedingt den Blogartikel Nummer 100 zu kreieren – natürlich über die Zahl und...

Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag – Na und!?

Das Bild Na und von DENKSTAHL vereint auf eine zynische Art und Weise Komik, Rebellion und Tragik. Es hat etwas von einer Tragikkomödie; ähnlich wie das Leben.   »Egal«, »na und«, »ist nicht wichtig« – auf diese Art und Weise hat wohl schon so manche Streiterei...

Ein Mahnmal aus Zahnrädern & Protest

Die Wurzeln dieser außergewöhnlichen Dauerausstellung reichen in die Zeit des Golfkriegs zurück: Initiiert von Guido Accascina (Modern Automata Museum nahe Rom), erschufen Künstlerinnen und Künstler weltweit kinetische Skulpturen als aktiven, künstlerischen Friedensprotest. Nach dem verheerenden Erdbeben in Italien im Jahr 2016 fand diese historisch wie emotional wertvolle Sammlung in Rüdesheim eine neue Heimat. Hier verwandelt sich die Faszination für Mechanik in eine visuelle und akustische Anklage gegen den Wahn des Krieges und das Wettrüsten – und doch unaufdringlich, still und leise.

 

Die psychologische Kinetik eines Friedenssymbols

In diese immersive Kulisse fügt sich DENKSTAHLs Werk REMAINS OF PEACE nicht nur nahtlos ein – es verankert den historischen Protest direkt in unserer Gegenwart.

Während die kinetischen Automaten durch ihr ständiges Ticken und Bewegen die unerbittliche Maschinerie von Entfremdung und Gewalt vorführen, setzt DENKSTAHLs Taube genau dort an, wo die Mechanik verstummt. Weiß auf tiefem Schwarz entfaltet die zersiebte Friedenstaube ihre ganz eigene, psychologische Dynamik. Entgegen der automatisierten Gleichgültigkeit einer Welt, die dem Schmerz oft nur noch passiv zusieht, fliegt sie weiter: verletzt, gezeichnet, zersiebt – und dennoch unermüdlich.

Im Dialog mit den ratternden, klopfenden und ächzenden Friedensautomaten steht dieses aus dem Fernsehen bekannte Bildnis als unübersehbares Mahnmal gegen die Fragilität unseres Zusammenlebens: ein intellektuelles, ästhetisches und zutiefst berührendes Statement für die Unverhandelbarkeit von Frieden und Freiheit.

Ilknur Özen
Meisterin der schönen Künste | Galerie & Verlag Vollherzig

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