Don’t worry, be happy!

»Blake hat das wahre Gesicht der Gesellschaft erkannt und beschlossen, ihre Parodie zu werden, ein Witz.« Mit diesen Worten wird der Antiheld Edward Blake in der fiktiven, gesellschaftskritischen Comic-Verfilmung »Watchmen« beschrieben. Er trägt den Superheldennamen »Der Commedian«. Dieser ist jedoch keinesfalls für Unterhaltung, Leichtigkeit und Freude zuständig, eher bewirkt er auf harte Weise das genaue Gegenteil. Sein Symbol ist der Smiley, der als Button an seiner Jacke prangt und dessen immerfröhliches Gesicht bei keiner einzigen seiner brutalen Aktionen die Miene verzieht.

Hinten anstellen by DENKSTAHL

 

So könnte der beinahe anmaßend grinsende Smiley das letzte sein, was du siehst, wenn wir in einer Welt mit Edward Blake leben würden. Aber vielleicht tun wir das ja und wissen es nur einfach nicht, weil wir nicht hinter die metaphorische Bedeutung des Ganzen steigen.

Der Smiley wurde 1963 als Auftragsarbeit für eine Versicherungsgesellschaft von dem Werbegrafiker Harvey Ball entworfen. Die Auftraggeber wollten damit die Laune der Angestellten und das Betriebsklima verbessern. Die Tragik der Sache ist, dass es funktioniert hat – das Besorgen eines Pseudo-Lächlers als einzige Sanktion gegen das Leid der Arbeiter. Der Auftrag des gelben Grinsegesichtes mit dem aufgemalten Lächeln lautet: »Verdränge alles, lächle so scheinheilig, wie es dein kleiner gelber Freund macht. Dann wird bestimmt alles gut.«

Smiling Not Allowed by DENKSTAHL

Kunst, Kommerz, Geld und Geldkunst

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Mr Plastic Funtastic by DENKSTAHL

Schließlich ging der Smiley viral und wurde zur Modeikone, zum Superstar einer Musikrichtung. Er wurde zum Symbol eines neuen Happy-Machers, einer neuen Droge. Ironischerweise macht bis heute dieser spezifische Grinsekopf viele Leute reich. Sein »Vater«, Harvey Ball muss sich allerdings immer wieder mit Urheberrechtsstreitereien und Konkurrenzkämpfen herumschlagen. Er verpasste die Gelegenheit, sich das Gesicht patentieren zu lassen und verdient somit mit seiner Schöpfung kein Geld. Trauriger Fakt trotz all der Lächler-Symbolik?

Wieder aufgegriffen wurde die Smiley-Symbolik 1971 von einem französischen Zeitungsbesitzer, der seiner Leserschaft zeigen wollte, dass es trotz der verheerenden internationalen Lage auch gute Nachrichten gab. Also brachte er die Idee ein, ein Smiley-Gesicht neben die „schönen“ Geschichten zu drucken.

Diese Idee ist ähnlich gut wie die aus dem Versicherungsbetrieb. Die Maßnahme ist, sich in harten Zeiten eine Pille mit einem Grinsegesicht einzuwerfen: lösungsorientiert, nachhaltig, absolut ehrlich, und alle profitieren. Am Ende des Tages können alle Beteiligten und Unbeteiligten eine Runde smilen.

Don't Worry Be Happy by DENKSTAHL

»Don’t worry, be happy!«  Das ist kein schlechter Ansatz, allerdings ein übler, wenn das Happy-Peppy einfach nur aufgesetzt ist. Es geht um den Betrug und um das vorgegaukelte Glück. Schaut man nämlich genauer hin, zeigen sich interessanterweise viele Situationen um den Smiley, die weder lustig noch freudig sind; sie sind einfach nicht zum Lachen, bestenfalls jedoch ironisch.

Fighting For A Smile by DENKSTAHL

Die Welt des Smileys, fernab von aller Betrügerei wie sähe sie möglicherweise aus? Ist solch eine Welt denkbar? In diesem ironischen Kontext steht der Smiley bei dem Künstler AL. Sehr oft hat das gelb-schwarze Grinsegesicht in seinen Bildern nicht mal mehr einen lachenden Mund, sondern gefährlich weit nach unten gezogene Mundwinkel. Wenn die Smileys lachen, dann stehen sie entweder im Kontrast zu etwas sehr Brutalem oder Bösem. Sie machen diese Werke auf keinen Fall freundlicher, beinahe machen sie alles nur noch schlimmer. Nur selten fungiert der Smiley in ALs Bildern als das, wofür er eigentlich geschaffen wurde: als Aufmunterung, als etwas, was die Stimmung heiter macht.

Die in unserem Kunstblog vorgestellten Bilder sind als DENKSTAHL UNIKATE erhältlich, sofern noch vorhanden.

Der Unikatdruck ist ein Einzelstück; ein Hochglanzdruck mit pigmentierter Tinte auf hochwertigem Fotopapier, kaschiert hinter Acrylglas und verstärkt durch eine Rückwand aus Aluminium. Jedes Unikat wird mit einem Künstler-Stempel versehen. Zu dem Kunstwerk erhältst Du ein vom Künstler signiertes Echtheitszertifikat und das Dir gewidmete biografische Kunstbuch DENKSTAHL. art of a rebellious mind.

Kontaktiere uns wegen eines Unikates telefonisch +49 1772851804 oder über unsere Kontaktseite.

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Mein primäres Interesse an Kunst liegt nicht im Bereich des Handwerks, der Technik oder dem Versuch »schöne, dem Betrachter wohlwollende Ergebnisse« abzuliefern. Vor allem Letzteres gibt es zu tausenden und abertausenden Ausführungen. Ich nenne diese Art von Kunst...

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