Es ist Spätsommer, der 29. August des Jahres 2025.
Eigentlich ist alles schön. Das Leben ist schön.
Die Luft über der Wetterau steht noch warm zwischen den Häusern.
Und durch die geöffneten Türen des Friedberger Kunstvereins strömt gedämpfte und gute Stimmung.
Wir könnten die Augen schließen und einfach genießen. Doch wir müssen aufzeigen.
Wir könnten den Mund halten und einfach zuFRIEDEN sein. Doch wir müssen reden.
Über die 7 Todsünden Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit.
Mit 6 kritischen zeitgenössischen Positionen – den Künstlern Jonathan Meese, Juliane Hundertmark, Hanif Lehmann, Erik Mesplé, Jörg Strobel und DENKSTAHL.
Foto: Stephanie Sarlos
Draußen: Ein Stimmengewirr. Drinnen: Bilder, Worte, Materialien, die sich um eine uralte Themengruppe drehen – die 7 Todsünden. Eine Ausstellung, die nicht predigt, sondern fragt. Was bedeutet Sünde heute, in einer Welt, die ihre Moral längst säkularisiert hat? Fragen, die unseren ethisch-ästhetischen Sinn berühren können, werden auch direkt zur Eröffnung der Vernissage gestellt. Im Dialog; geführt von Nora Hauschild und Wiebke Kirchner-Cherubim.
Die Todsünden, deren Wurzeln bis in die Antike reichen, werden von den Kunstschaffenden hier nicht als religiöse Dogmen behandelt, sondern als Spiegel unserer Gegenwart: Konsum, Selbstinszenierung, Macht, Begehren. Diese Ausstellung interessiert sich weniger für moralische Urteile als für gesellschaftliche Zustände.
Im Zentrum dieser Reflexion steht eine Arbeit, die so kühl wie treffend wirkt: Wohlstandsgesellschaft von DENKSTAHL. Das großformatige Werk (170 x 125 cm) vereint Kritik und Eleganz in einem; die glänzende Oberfläche reflektiert das Licht, und darunter schimmert ein Abbild des Kontrastes von Armut und Reichtum. Doch gerade darin liegt die beabsichtigte Irritation. Die Arbeit funktioniert wie ein Spiegel der Gegenwart: eine Gesellschaft, die ihren Schein & Reichtum zum Selbstverständnis erklärt hat und dabei vielleicht unbemerkt jene Sünden bedient, die sie längst für überwunden hält.
Der Bildtitel Wohlstandsgesellschaft erscheint hier nicht als Erfolgsgeschichte, sondern als Diagnose: die abgemagerten Menschen vor dem stilisierten Barcode, versehen mit Rolex-Kronen, Mercedes-Sternen und Louis-Vuitton-Röcken, erzählen eine andere Geschichte.
Zwischen Malerei, Installation, Video und Grafik entsteht auf der Todsünden-Ausstellung ein Parcours der menschlichen Schwächen – manchmal ironisch, manchmal düster, manchmal berührend – immer aber mit einem Blick auf die Mechanismen unserer Zeit.
Und draußen ist immer noch Spätsommer.
Die Sonne sinkt langsam über Friedberg, während im Inneren des Kunstvereins die Fragen weiterwirken:
Nicht ob wir sündigen.
Sondern wie.
Foto: Stephanie Sarlos
Foto: Nora Hauschild
Foto: Stephanie Sarlos
Foto: Kim Schulz
Foto: Kim Schulz
Foto: Kim Schulz
Foto: Stephanie Sarlos – Unikat »Wohlstandsgesellschaft« von DENKSTAHL * Foto: Kim Schulz – »Der unbedingteste Kunst (Hexn)Hammerz« von Jonathan Meese
Das Ausstellungsprojekt wird gefördert vom Wetteraukreis aus dem Programm »Demokratie leben!« des Bundesfamilienministeriums und kofinanziert vom Land Hessen. Auf der Homepage Friedberger Kunstverein sind weiterführende Informationen sowie eine ausführliche Broschüre zur Ausstellung zu finden.
Die etablierten und niveauvollen Arbeiten des Friedberger Kunstvereins, der sich im Komplex des Wetterau-Museums befindet, sind nicht nur ehrenwert, sondern auch unverzichtbar in der kunstgeschichtlichen Landschaft unserer Zeitgeschichte. Wir danken herzlich allen Förderern, den Macherinnen & Machern des Friedberger Kunstvereins für die gute und professionelle Zusammenarbeit, insbesondere mit der Kuratorin Wiebke Kirchner-Cherubim.
So zitierte die erste Kreisbeigeordnete Marion Götz als Schirmherrin die Kuratorin mit folgenden kritisch-zuversichtlichen Worten aus dem Förderantrag: »Wir möchten mit der Ausstellung den Dialog, das Nachdenken und Handeln über Achtsamkeitskultur fördern. Die Ausstellung soll eine kritische Auseinandersetzung mit Konsum- und Sozialverhalten ermöglichen.«
Quelle: Frankfurter Neue Presse, Harald Schuchardt, 1.9.2025
»Die Förderung einer Achtsamkeitskultur empfinde ich mehr als unterstützenswert, denn Achtsamkeitstraining erfordert Entschleunigung, Stille, Wahrnehmung. Irgendwann führt die Achtsamkeit zu Wachsamkeit. Mehr noch: Achtsam zu sein kann unsere Liebe zum Leben wieder zurückerwecken, die Achtung zum Leben und vor dem Heiligen. Ein achtsamer Umgang mit uns selbt und unserer Umgebung fördert Frieden. Und Frieden sehe ich in diesen Zeiten als das übergeordneteste Thema. Wenn es gerade nicht um Frieden geht, ist es keine Kunst!«
Ilknur Özen, Meisterin der schönen Künste
Zum Nachdenken, Umdenken, Vordenken
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Die in unserem Kunstblog vorgestellten Bilder sind als DENKSTAHL UNIKATE erhältlich, sofern noch vorhanden.
Der Unikatdruck ist ein Einzelstück; ein Hochglanzdruck mit pigmentierter Tinte auf hochwertigem Fotopapier, kaschiert hinter Acrylglas und verstärkt durch eine Rückwand aus Aluminium. Jedes Unikat wird mit einem Künstler-Stempel versehen. Zu dem Kunstwerk erhältst Du ein vom Künstler signiertes Echtheitszertifikat und das Dir gewidmete biografische Kunstbuch DENKSTAHL. art of a rebellious mind.
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